Interview BMD – Automatisierung, KI, Cloud & Co – Was die Branche über morgen denkt

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Automatisierung, KI, Cloud & Co

Was die Branche über morgen denkt

Welche technologischen Entwicklungen sehen Sie aktuell als die größten Treiber der Digitalisierung im Rechnungswesen – und warum?

Auf der einen Seite die E-Rechnungspflicht, wie Sie schon in allen Nachbarländern rund um Österreich implementiert wird, und dann auch spätestens 2030 zu uns kommen wird.

Auf der anderen Seite den Einsatz von KI in der Belegverarbeitung beim Erkennen und Erzeugen von Buchungsvorschlägen hin zu einer vollautomatisierten Möglichkeit des Verbuchens.

Natürlich auch der Einsatz von Mandantenplattformen zur Integration der Mandant:innen in alle Tätigkeitsbereiche der Kanzlei.

Wie verändert Ihre Lösung die Zusammenarbeit zwischen Steuerberater:innen und Mandanten konkret? Können Sie ein Beispiel nennen, das den Unterschied verdeutlicht?

Hier sehen wir vor allem den Einsatz von Mandantenplattformen als wichtigstes Instrument der Kollaboration zwischen der Steuerberatung und ihren Mandant:innen. Nicht nur beim Belegupload sondern auch hinsichtlich der Zusammenarbeit in der Lohnverrechnung, Bilanzierung, Wirtschaftsprüfung und bei Steuererklärungen.

Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz in Ihren Produkten heute? Wo sehen Sie die größten Potenziale für die nächsten fünf Jahre?

In der Belegverarbeitung: Die KI liefert aktuell noch die Belegmerkmale, was mit der E-Rechnung obsolet wird. Wichtiger wird Kategorisierung, Kontierung und die automatische Auszifferung von Rechnung und Zahlung bereits in vorgelagerten Prozessen für die Mandant:innen, was wir aktuell mit der Bankauszugsverbuchung in der Kanzlei mit klassischen Algorithmen aber auch in Verbindung mit KI-Partnern wie Finmatics, lösen.

Rechtsauskünfte können unmittelbar bei der Datenbearbeitung eingeholt werden, z. B. beim Buchen eines besonderen Steuerfalles (RechtGPT)

KI-Unterstützung bei der Analyse von Daten, bei Prognoserechnungen und beim Erstellen und Bearbeiten von Texten (Protokolle, Berichte, Standardbriefe/E-Mails u. v. m.)

Chatbots beantworten Fragen der User zur Software schnell und treffsicher.

Anomalieerkennung samt Plausibilitätsprüfung – im Rechnungswesen und in der Lohnverrechnung: KI- und regelbasierte Systeme erkennen Muster in den Daten, die auf potenzielle Fehler oder Unregelmäßigkeiten hinweisen.

Wo liegen aus Ihrer Sicht die Grenzen der Automatisierung? Welche Aufgaben bleiben auch künftig menschliche Expertise?

Komplexe, kontextabhängige Entscheidungen werden weiterhin dem Menschen vorbehalten sein. Die Grenzen zeigen sich insbesondere dort, wo Urteilsvermögen, ethische Abwägungen oder kreative Lösungsansätze gefragt sind.

Umfassende Fachkenntnis gepaart mit der Kenntnis der eigenen Mandant:innen wird durch KI nicht ersetzbar sein. Die realen Handlungen, die sich aus vielen Themen (Zahlungsverkehr, Mahnwesen, BWAs, Liquiditätsrechnungen, Forecast, …) ergeben, werden auch weiterhin menschliches Urteilsvermögen und eigenes Tun erforderlich machen.

Datenschutz und Compliance sind zentrale Themen: Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Software rechtssicher und revisionsfähig bleibt?

BMD arbeitet ständig an der legistischen Adaptierung der Software in allen Bereichen. Zusätzlich ist BMD Software nach GOBD zertifiziert. Die BMD Cloud hat eine ISO27001 Zertifizierung inkl. Erfüllung der NIS-2 Anforderungen. BMD hat als Unternehmen seit vielen Jahren ein nach ISO 9001 zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem. Die Software selbst bietet Funktionen zur Qualitätssicherung, Workflows für ein internes Kontrollsystem, Schnittstellen zu vielen Partnerlösungen wie zum Firmen-Compass
(z. B. damit die Möglichkeit zur Scheinfirmenabfrage). Des Weiteren wurden Mechanismen für die DSGVO Anforderungen realisiert. BMD unterstützt auch die Synchronisierung von Daten mit öffentlich-rechtlichen Körperschaften überall wo dies möglich ist.

Viele Kanzleien kämpfen mit Medienbrüchen und Schnittstellenproblemen. Wie adressiert Ihre Lösung diese Herausforderungen?

Grundsätzlich ist BMD sehr offen, sowohl hinsichtlich Schnittstellen, als auch mit Anbindungen an viele andere Programme. BMD Schnittstellenformate haben sich als Standard am österreichischen Markt etabliert. Großes Augenmerk wird auf die Digitalisierung von Belegen mittels Smartphone und auf die Anbindung von Rechnungs- und Zahlungsplattformen gelegt. Prozesse werden durchgehend mit der Möglichkeit von digitalen Signaturen und der digitalen Zusammenarbeit in den BMD Mandanten-plattformen zu Ende gedacht.

Welche Trends werden die nächsten fünf Jahre prägen – Cloud, KI, Plattform-Ökosysteme oder etwas anderes?

Alle genannten. Vor allem aber die smarte Integration all dieser Technologien in durchgängig durchdachte und nutzbare Prozesse wird entscheidend für den künftigen Erfolg sein. Die elektronische Rechnung wird Prozesse vereinfachen und damit auch den „Schatz“, der in den Daten liegt, noch deutlich vergrößern und für alle nutzbar machen.

Wie können Steuerberater:innen den Wert ihrer Beratung sichtbar machen, wenn Routinearbeiten zunehmend automatisiert werden?

Trotz allen Entwicklungen wird der Faktor Mensch in der Beratung weiterhin großes Gewicht haben, wie z. B.

Finanzplanung: Die Entwicklung langfristiger Finanzstrategien, die Abstimmung mit Unternehmenszielen und die Anpassung an makroökonomische Entwicklungen erfordern Erfahrung und Weitsicht.

Rechtliche Bewertungen: Die Interpretation komplexer gesetzlicher Vorgaben, die Anpassung an neue Regularien und die Vertretung gegenüber Behörden bleiben Aufgaben für erfahrene Fachkräfte.

Kommunikation: Eine gute Beratung erfordert didaktisches Geschick und die Fähigkeit, Vertrauen aufzubauen und Sachverhalte verständlich zu erklären.

Qualität & Kontrolle: Die finale Prüfung und Freigabe kritischer Finanzdaten bleibt eine menschliche Verantwortung. Dies gilt insbesondere für Jahresabschlüsse oder Steuererklärungen.

Welche Investitionen in Technologie lohnen sich aus Ihrer Sicht für Kanzleien sofort – und welche sind eher strategisch für die Zukunft?

Sofort beginnen können Kanzleien beispielsweise mit der Nutzung der Bankauszugsverbuchung durchgängig für alle Mandant:innen. Software bietet auch immer zahlreiche Möglichkeiten, Prozesse nicht nur zu digitalisieren, sondern auch zu automatisieren. Da die Digitalisierung in jedem Falle beim Mandanten beginnt, ist der Einsatz von Mandantenplattformen Voraussetzung für eine effiziente Bearbeitung von Belegen, Lohnabrechnungen, Bilanzen Steuererklärungen etc.

Künftig wird sich die Nutzung von immer mehr zur Verfügung stehenden KI-Funktionen in den Arbeitsalltag aller Kanzleimitarbeiter einfügen.

Ihr wichtigster Rat an Kanzleien: Was sollten sie jetzt tun, um zukunftsfähig zu bleiben?

Die Zukunft gehört jenen, die digitale Tools durchgängig nutzen und strategisch einsetzen. BMD bietet die Grundlagen, um Prozesse zu optimieren, Daten sicher zu verwalten und flexibel auf Veränderungen zu reagieren, wie z. B.

Cloud-Lösung: Ermöglicht einen ortsunabhängigen Zugriff und höchste Ausfallsicherheit und vor allem die Konzentration auf die eigenen Stärken in der Beratung. Die Nutzung von BMD ist aber auch weiterhin als On-Premise-Lösung (Inhouse mit eigenem Server) möglich.

KI und Automatisierung: Die digitale Belegverarbeitung und Bankauszugsverbuchung reduzieren zeitaufwendige Aufgaben.

Bester Service für Klient:innen: Die Verwendung des Mandantenportals (BMD Com) vereinfacht die Zusammenarbeit mit Klient:innen im Rechnungswesen aber auch in allen anderen Tätigkeiten einer Kanzlei.

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